Designbewusstsein ist etwas Persönliches.
Während meiner Kindheit war mir nicht bewusst, dass ich eine Farb-Wort-Synästhetikerin bin. Erst viel später im Leben wurde mir klar, dass das Hören von Wörtern lebhafte Bilder in mir hervorrief. Ich war auch fasziniert von der Welt der Schatten und experimentierte ständig mit ihnen. Mich reizte die Vorstellung, dass Schatten sowohl eindringlich als auch unheimlich sein und gleichzeitig zu bemerkenswerten Dingen fähig sein könnten. Schatten beflügelten stets meine Fantasie, und ich ließ mich von ihren Umrissen inspirieren und trat mit ihnen in Interaktion. Diese Erfahrungen verlangten nach einem experimentellen und doch ungewissen Schreibstil – einer Form, die räumlich, choreografisch und utopisch war, ähnlich der eines nachdenklichen Reisenden.
In jüngster Zeit konnte ich diese Kindheitsträume mit der Forschung zu neuronalen Schattenfeldern verknüpfen, die Objektstrukturen aus binären Schattenmasken ableiten. Dies weckte wiederum mein Interesse an der „Neurogeometrie“, der faszinierenden Schnittstelle zwischen Geometrie und Wahrnehmung. Dieser interdisziplinäre Ansatz zielt darauf ab, zu verstehen, wie unser Geist die visuelle Welt mithilfe geometrischer Strukturen und Motive verarbeitet und interpretiert. Ich habe dieses Verständnis in eine instinktive, performative und musikalische Kadenz der Sinne umgewandelt. Dieses menschliche Experiment zeichnet sich durch choreografische Unmittelbarkeit und eine alchemistische Übertragung der fließenden Möglichkeiten eines überwältigenden Gefühls des Erhabenen aus, das von der Kunst beeinflusst und von der Wissenschaft geprägt ist. Das Konzept der Integration von Klang und Bild mit Farben und Schatten hat sich tief in meinem Unterbewusstsein verankert. Ich habe Syntax und Semantik gegen die Muster und Strukturen eingetauscht, die meiner Designmethodik zugrunde liegen.